A
Angst.
Ich fürchte mich unsagbar. Fürchterlich vor dem Moment, in dem dein Herz erkennt, dass meines zu dem deinen nicht passt, dass ein andres in dein Herz geschlossen hast. Dass die Liebe, die du dachtest empfunden zu haben, nicht mehr war, als bloßer Schall und Rauch und ich dich deshalb dann nicht minder brauch. Ich mich deswegen nicht wenger verzehr nach deiner Liebe, deinem Platz in meinem Leben und die zarte Blume an Vertrauen, deren Existenz ich endlich eine Chance gegeben, nicht wider Erwarten gewaltsam zertrete, in die Erde gestampft vom seelischen Schmerz mein ganzer Körper krampft. Dass mein Herz, in einen Schraubstock geklemmt, mir alls an Luft aus der Luge zwängt, meine Haut in Feuer aufgehend fühlbar verbrennt. Dass mein Herz kein Halten kennt und sich widerspenstig mein Kopf nicht von Gedanken an dich und mich und uns trennt, trennen will. Die Zeit steht still. Unendlich scheint mein Leiden und Sonne schien lange keine und Liebe lass ich nicht an mich ran, du siehst ja, was alles passieren kann.
D
Das sag ich meiner Tante (Für Tante Petra)
Was Mama alls nicht wissen sollte
ich Oma auch nicht sagen wollte
wo jeder mit den Augen rollte
weils unvernünftig oder falsch,
das sag ich meiner Tante.
Die erste, zu der immerzu
mit Jungsproblemen rannte.
Die letzte, die mich später schelt
wenn teuren Rat günstig verschmäht.
Die erste, die stattdessen lachend mich in Armen hält
wenn von Fauxpas erzählt.
Die letzte, die petzt oder gar ratscht
und mir in den Rücken fällt.
Die erste die ich willentlich,
zu meiner Tante hab erwählt.
Die erste, die letzte,
die liebste, die beste.
Ein jedes Jahr ich schätzte.
Drum drücke ich dich feste
und wünsche dir von Herzen
ein weitres, tolles Lebensjahr
ohne Weh und Schmerzen,
Momente, schön und wunderbar!
Du
Und ja ich denk vorm Schlafengehen
an dich immernoch
weiß dich in ihren Armen
ein ich ein du
ein ich bei dir
ein wir im hier und Jetzt
das trotzdet dieser Welt
dem Menschen der sie hetzt
sich schnell nöcher zu drehen
der höher weiter strebt
das traut sich hinzusehen
das langsam lebt
das liebt, das schätzt
das fühlt und spricht
ein wir ein Licht
das sich durch dunkle Himmelswolken
bricht und hellste Hoffnung
schenkt
uns geleit entlang der Hoffnung Wege lenkt, befreit
Du, ich und die Liebe
Du hast mich geliebt, als alles einfach war
Als ich mich noch nicht so sehr nach deiner verzehrt.
Als ich noch nicht nichts wenger als Liebe deiner begehrt.
Es ist so leicht, mich zu lieben, wenn ich mich einfach geb.
Wenn ich im Stillen mit all meinen Gefühlen leb und nach bestem Gelingen wenigstmöglich Gedanken an dich und deine Zuneigung heg.
Es ist einfach mich zu lieben, wenn ich mich nicht verletzlich stell
und innerlich wegs Trauer und Zorn und Liebe gell.
Bislang niemand vermocht es, mich um meiner selbst zu lieben, doch viel mehr um den Teil meiner selbst, den ich zu zeigen wagte.
Vielmehr um die Leichtigkeit der Liebe, wie sie „sein sollt“ in dieser Zeit des Lebens
und ich kämpft innerlich vergebens um innre Ruhe und Stillleben, mit derer Hilf ich mir deiner Liebe versprach.
Bis ich dacht, du wärst soweit und ich mit meinem Schweigen brach. Sowie alls brach liegt an Emotion,
an Leidenschaft stellst fest das Leid das sich emporgerafft aus seinem Versteck sich nach Verständnis streckt.
Überfordert bist, verwirrt über 1000 Gedanken, die bislang nur in mir herum geirrt, die ich nach draußen geschafft, weil ichs nimmer länger schaffte, sie deiner zu enthalten. Und weil ich hofft, mit Mühe, Zeit und Liebe könnten gemeinsam den Schwall wir walten.
Dochs laugt aus und saugt Nerven und Seele dir leer. Bis deine Gefühle aus Selbstschutz erkalten.
Du distanzierst dich und genierst dich dran und fängst wie alle vor dir an, Liebe stetig abzubauen, Erinnerungen lässt vergrauen um eines Tages Kraft zu finden, abzuhauen und wieder sorglos und meiner befreit in die Zukunft zu schauen.
Weils viel zu einfach ist, mich zu lieben wenn ich nicht vollumfänglich leidenschaftlich bin und meiner Liebe Einhalt gebiet. Solang hast dich in mich verliebt. Bis es nicht mehr einfach war.
E
Ein kläglicher Versuch
in dunklen Stunden froh zu schreiben
Der harte Steinweg unter mir
die kalte Luft ums Ohr
städtischer Geruch
Menschen gestaffelt gleich Reigen
ich ummengt einsam im hier
das Gleis es lockt ich steh davor
die Bahn fährt ein
steig ich ein
fahr heim
wähl ich den Fall
ein Adieu mit Knall
Ein fremder lächelt leicht mir zu
ich fantasier, er hat ein Kind
mit Aktenkoffer saubrem Schuh
zur Familie will geschwind
ich lächle freundmöglichst zurück
die einfahrende Bahn im Blick
im Adieu glaub ich mein Glück
Freudig Tränen kullern rab
viel zu viele lieb ich hab
mehr als selbstüchtigst mein eigen Willen
emotion aufsteigend, will aus meinem Herzen quillen
der Sinn säuselt mir ins Gewissen
willst wirklich deine Kinder missen
Aktenkoffer eigen
Mann der dich offenes Armes empfängt
die emotion drohet zu Kopfe zu steigen
Hoffnung sich zudem zu der Symphonie gezwängt
ein kläglicher Rest Luft mir noch
in der Lunge hängt
nun hab ich mich
gar willentlich
doch in die Bahn gedrängt
stickig, warm und laut
hab Stein für Stein ich mühevoll
Ein Lebenswillenshaus gebaut
mit Angst hats mirs im Unend vorm Adieu nun doch gegraut
letztmalig hab zum Gleis geschaut
und dann nach vorn
hab in mich vertraut
zukünftig in Sinnlosigkeit Ansporn
zu finden
mich des reinen Seins wegen
lang genug durch Existenz zu schinden
um mit meiner anzuregen
dass andre gleichs mir tun
und eines Tags nebst Liebsten
mit Aktenkoffer oder nicht
im eigenheim im eigen Bett
im friedlich schummrig scheinend Licht
nach Zeit der Abenteuer
nach Kämpfen gleich Genießen
am wohlig wärmend Ofenfeuer
langsam die Augen schließen
in Glückseligkeit ruhn
ich bitte euch die Zweifeln,
bleibt,
gleich mir,
hier.
Endlos heilend
Heilen, heißt das in einem ekstatischen Zustand ständig steigender Verbesserung zu weilen
oder viel mehr Schritte vor, vor, zurück
ein wankelmütig Wechselspiel aus Hoch, Trauer, Tief und Glück
Um erfolgreich zu genesen,
muss ich mein labiles Wesen
vollumfänglich stabilisieren
oder reicht ein ständiges Probieren
wenn eines Tages geheilt dann bin
ist mit dem Schwund der Krankheit auch diese innere Taubheit dahin
die ich immer empfind wenn ich nicht im Klaren
ob dunkle Wolken reines Hirngespinst oder doch am Himmel waren?
woher weiß ich ob mein masochistisch ich sich in Selbstzerstörung verfangen
wenn Sorgen, Qualen mein mir wieder das Gemüt verhangen
woher weiß ich, was echt, ernstzunehmend schlecht
im Prozess der Genesung seh ichs nicht recht
und wie sollt dann Katharsis schaffen
im weinen, darüber hinweglachen, mich aufraffen
und simulieren ich würd nichts spüren
wenn Gedanken mich mehr noch zerreißen denn berühren
Heilen, beginnt das beim Wissen darüber
oder beim Stehen über
der Krankheit schon
ists Selbstbelustigung oder Sieg erst über eigen Hohn?
Um als gesund zu gelten, wo muss ich sein?
Im Ist-Zustand rein
oder vielmehr der Metaexistenz Seele verschmutzt
wenn ich schon den ein oder andren Fleck mühsam hab weggeputzt?
Heile ich gerade im Schreiben
oder bin ich geheilt wenn mir keine Worte mehr bleiben
die derart schwarz und düster sind?
Soll Grau meine Genesung sein
oder sollt weiter in Verzweifelung leben
und ein Weiß bestreben?
Fragen mir wiedrum die Sicht verklärt
Ein neuer Tag der mir Antwort verwährt
Brech ich mit Mustern oder die Willkürlichkeit mich?
Ich schau auf den Boden und sehe es nicht
Ich schau in den Himmel und sehe das Licht
ich jauchze und schreie, sieht es mich nicht?
Lass mich, bitt ich, deiner Erhelln
ich kämpfe schon lange, ich kann nicht mehr gelln.
F
Freiheit (Für Liv)
Hach, Wind streicht mir durch die Haare.
Die Sonne lächelt mich an.
Die Stille hüllt mich ein
und zieht mich in ihren Bann.
Freiheit ist für mich die Umwelt und alles was sich um mich und um meine Welt dreht festzuhalten im Moment und doch ungebunden daran zu sein. Frei von Anbindungen und doch bestärkt durch Verbundenheit mich der Sonne entgegenzuneigen und auf Wellen reitend gen Horizont zu gleiten.
Schlangen im Dickicht. So dicht, es ist blickdicht und doch hab ich sie gesehn. Die Angst schnürt mir die Kehle zu. Hält Bewegungen an. Lässt das Herz mir schier stehn. Es wäre Hilfe in Sicht doch zu müsst auf den potentiellen Retter gehn.
Freiheit ist für mich Ängste nicht abzugrenzen doch sich auch nicht durch sie begrenzen zu lassen. Ist man nicht fähig Ängste zu überwinden, sich mit seiner Furcht an Tapferkeit andrer zu binden, statt sich allein durch das fürchterliche Dickicht zu schinden.
Steine im Weg lassen mich am Weg halten.
Geröll macht Vorankommen schwer.
Schwermütig dreh ich um und lasse geschehn.
Zurückgehn ist leichter, ich plag mich nicht mehr.
Freiheit ist für mich nebst Kämpfen auch dann und wann klein bei zu geben, gar aufzugeben und Kehrt zu machen. Grenzen zu erkennen und diese einzugestehn, Kräfte zu sammeln um den Weg vielleicht später zu bestehn.
Donner schallt in meinen Ohren nach, drohend, warnend vor Fehlern.
Blitze dringen durch jede Faser meines Körpers, belehren, Schuld begehrend über vergangene Taten.
Donner und Blitze in Harmonie meinen Pfad der Glückseligkeit schmälern.
Freiheit ist für mich mir bewusst machen wenn ich Fehler gemacht hab, Freunde versetzt hab, Menschen verletzt hab, Gesten nicht geschätzt hab. Mich mit ihnen daraufhin an einen Tisch gesetzt hab und Verzeihen erbat, mir schlussendlich auch selbst zu verzeihen.
Blumen erblühen in meinem Leben.
Die du mir in den Kopf gesetzt.
Einstig Knospen zu prächtig Blüten erleben.
Seit ein "Wir" existiert hab ich dich als Teil meines Lebens geschätzt.
Freiheit ist für mich Liebe als solche anzunehmen oder abzulehnen, je nachdem wie sichs mit meiner Gefühlswelt verhält.
Und wenn meine Liebe in ihrer Blütezeit steht diese auszukosten und sich dem Rausch des süßen Nektars hinzugeben.
Ich möchte nicht sein wie erwartet, obgleich ich selbst so viel von mir selbst erwarte.
Ich möchte nicht stets handeln wie verlangt und dabei aufgeben was ich vom Leben verlange. Ich zeichne mir die Route auf meiner Lebenskarte.
Und ich entschuldige nicht, wenn meine Vorstellung zu leben zu Zeiten über der deinen stand.
Freiheit ist für mich auch manchmal egozentrisch zu sein und eigen Wohl und Willen Vorrang zu gewähren. Mich zu Zeiten über andre zu stellen um mein ich auzuleben. Fähig sein mich zu lieben.
Ich nahm mir die Freiheit über mich zu sprechen doch möcht ich das Rätsel um meinen Ich bezognen Monolog aufdann brechen,
die Intention dahinter war zu dir zu sprechen, zu deinem Herzen vorzudringen um dir von Herzen zu sagen,
bis ans Ende deiner Lebenszeit,
ist das was ich dir wünsche Freiheit.
G
Gedanken
Was sind Gedanken?
Kein festes Konstrukt,
frei von Schranken,
die unaufhaltsam durch Raum und Zeit wandern und doch unsicher durch eines jeden Kopfe wanken.
Ein jeder kann sie für sich hören,
kann sie für sich heraufbeschwören,
Gedanken entstehen nicht nur durchs Denken,
sie scheinen auf im Bewusstsein wie ein gezündetes Streichholz,
doch bringen nicht zwangsläufig Erleuchtung,
da sie frei von Zwängen,
im Fantasiegebildegemenge
an Sinn und Tiefe vorbei sich oft drängen.
Es erscheinen Gedanken über die Möglichkeit zu fliegen,
gleich wie mit der großen Liebe in einem Bett zu liegen,
und in den Tag zu starten mit lecker Essen und vielen Küssen,
mit einer Person, die einen außerhalb der Gedankenwelt einen selbst nie als ein Selbst
wahrgenommen hat,
selbst wenn man sich doch einmal getraut hätte,
auf seine Stärken gebaut hätte,
und den Gedanken, diese eine Person anzusprechen, wahr hätte werden lassen,
so hat man es schlussendlich nicht getan.
Seine vielleicht große Chance vertan…
da Gedanken doch kein festes Konstrukt sind,
frei von Schranken,
die unaufhaltsam durch Raum und Zeit wandern und doch unsicher durch eines jeden Kopfe wanken.
Ein jeder kann sie für sich hören,
und trotzdem – hören kann sie keiner.
So lieg ich vorm Kamin,
spüre des Feuers Wärme und sein Licht,
entzündet durch ein Streichholz,
das einst nebst Feuer auch mich erleuchtet.
So war mir sodann eingeleuchtet,
wie sehr ich mich, wie oft in letzter Zeit in meinen Gedanken verlier.
Den Kopf zermarternd und überlegend,
erkannt ich, Gedanken sind mir überlegen,
da sie als kein festes Konstrukt,
frei von Schranken,
unaufhaltsam durch Raum und Zeit wandern und doch unsicher durch MEINEN Kopfe wanken.
Nach Erleuchtung strebend versucht sie zu erlangen,
doch zu schnell sind sie an mir vorübergegangen,
hielten mich im Fantasiegebildegemenge gefangen,
so entschied ich, die Gedankenwelt aus meinen Gedanken zu bannen.
Geistige Massephase
Punkt. Ja, das wars mit Dichten, damit möchte ich sagen danke fürs Zuhörn, gibts noch Fragen? Mit meiner geistgen Schöpfungskraft verhält sichs grad gleich meiner Motivation Russisch zu lernen: не существует (njesoschest wjot), existiert nicht. Solch ein Ausbleiben an Inspiration zu texten, zu schreiben lässt mich zweifeln. Bin ich für derart Dinge geschaffen oder liegts lei am ausbleibenden Aufraffen? War der Weg, den ich bis hier her bestritten unbestreitbares Talent oder war es kein Weg, doch ein Won Hit Wonder dessen glorreiche Zeit nicht erst vergeht doch schon länger vergangen? Sich leis klammheimlich weggeschlichen zu einem andern, der sich nun auch durch derart geistig Massephasen bewegt und mit Worten eloquenter gar um sich schlägt. Vielleicht dacht ich lei ich sei wortgewandt doch Worte sich von mir abgewandt und es Naturwissenschaften die mich im Wissen Richtung Zukunft schaffen. Ja vielleicht ists höhre Mathematik oder doch die Quantenphysik? Gut, letztres find ich intressant. Wie den Doppelspaltversuch, der die Welt der Physiker heut noch zu spalten vermag, aufgrund der Frage, wozu Elektronen zählen. Wellen oder Teilchen, was ist zu wählen? Ach ich kanns nicht sagen, vielleicht bin ich doch zum Denken, Dichten, Darbieten bestimmt. Vielleicht hab ich meiner Worte Weisheit schon von den Wurzeln bis zum Wipfel erklimmt. Vielleicht ist die aber auch nur der Fall nach vorhergegangenem Hochmut. Ich kann lei mutmaßen. Vielleicht kommt Inspiration ja wirklich in Phasen und ich muss nur auf einen Frühling warten nach meiner Eiszeit der Schreibzeit, kann das Feld der Wörterwelt genüsslich dann abgrasen. Vielleicht ist geistige Masse auch eigentlich nicht greifbar und ich fuchtle herum mit Händen die sich nie füllen werden, da ich nicht begreife, dass geistige Masse der Antimaterie gleicht. So bald man sie mit der Materie der unsere Hände wohl bestehen erreicht und wird sie Energie und die krieg ich nimmer zu fassen. Was wiederum Physik ist, möchte ich hier unterbreiten, derer ich viel abgewinnen kann doch kein Verständnis, egal von welchen Seiten ich versuch es beizuleiten. Und wieder beweg ich mich im unergründbaren Kreis der vollkommenen Ratlosigkeit mit der Fläche r^2*π, die Variable r ist unbestimmt. Ach lassen wir das, Mathematik war es nie. War nie Passion, doch das Schreiben, das Jonglieren im Geiste mit Gedanken und im echten Leben mit Gesten mit denen ich Gedankenvorgänge versuch zu unterbreiten, das ist es schon. Das ist es vielleicht wohin das Universum versucht mich zu leiten. Ja mit dem heutigen Tage, nach Monaten endlos scheinend schier, ist es mir gelungen mein Schreibtief zu bezwingen vom Universum angetrieben, hab ich diesen Text geschrieben. Ich bin für eine neue geistige Massephase bereit und… und… und… Wie beend ich das jetzt, dass es richtig reinhaut und sich noch reimt? Ach ich lass mir mit der geistigen Massephase doch noch etwas Zeit.
H
Haiku: Vanta Schwarz
Unaufhaltsam ist,
der Tod, ergießt sich über
die Menschen, erstickt.
Der Menschheit Rufe
Nach Leben, so scheints zumal,
umflicht von Lügen.
Sein Donnergrollen
Stummt der Weisheit Sing Sang,
Endlichkeit gibt Sinn.
Alter Jugend kennt,
das Kind Gebrechlichkeit nicht,
aufs Wachsen erpicht.
Ohne herbsttotes Laub
Sehn wir kein Wachsen noch blühn,
im Tod Leben liegt.
Im Hass Versöhnung
Im Lernen Weisheit entsteht
Trauern Glück erweckt.
K
Kätzchengeschichten (Großcousinchen Geli)
Ein kleines Kätzchen einst
Das Licht der Welt erblickt
Allein lag es im Stroh
Mehr einsam denn erquickt.
Behäbig hob sichs auf die Tatzen
Wagt es gen Lichtkegel zu tapsen
Erhoffet wurd es froh
Der Katzenmutter drauß im Garten
Sie konnt ihr Kindchen kaum erwarten
Ein riesen Ungetüm nun kam
Unds Kätzchen in die Hände nahm
Die Mutter wirkt gelassen
Drum ließ sichs herzen, fassen
Und nach geduldig Warten
Schaukeln, wiegen, füttern bald
Swurd neugierig,
erkundt den Wald
stolpert über Zweig und Moos
und trafet noch ein Tier
swar groß
sfraget, was das Monstrum wär
unds Monstrum meint „ich bin der Bär“
und find Kätzchen bärig süß
ach und kenn dein Mutterchen
richt aus, dass ich sie herzlich grüß
unds Kätzchen wandert weiter
im Sonnenwarm noch heiter
die Sonne sich doch schlafen legt
unds Kätzchen langsam Ängste hegt
Im Dunkel mümmelt es sich ein
Wünscht, es würd bei Mutter sein
Lautes Donnern ließ es schrecken
Unds Kätzchen konnt sich nicht verstecken
Unds Ungetüm es nicht entdecken
das angebraust gekommen war
weils das Kätzchen suchte
mit der Familienschar
Evi, Geli eilig am Suchen
Den Kalli hörts verzweifelt fluchen
Die Isabelli beugt sich nab
Und verpasst das Kätzchen knapp
„Hier ist nix Mama“
Hörts sie sagen
Doch Geli musst den Blicke wagen
Mit Evi sich beim Bücken plagen
Um das Kätzchen doch zu finden
Und im Augenwinkel
Sahen sies in Blättern liegen
Und hobens hoch und herztens lieb
Beruhigt sies im Arme wiegen
Bei den Schliebers heißt Familie
Lustig sein und Intressiert, Ehrlich und ganz ungeniert
Bodenständig, lieb und frech, Eifrig und der Abschied schmerzlich
Drum wünsch ich euch zwei üSßen herzlich,
zum Geburtstag alles Glück
bleibt so lieb und so verrückt
Die Familie hat euch lieb
Und ich bin so froh, dass es euch gibt <3
L
Leer
Ich will sterben
und irgendwie nicht
ich will nur nicht mehr leer sein
ich will dieses Wechselbad von Hoch-Tief-Leere nicht mehr
ich will nicht mehr weinen
ich will weinen, wenn ich leer bin
ich will spüren und nicht
weil wenn ich spür, ist’s schwer
Ich spür Freude aufkommen und hab Angst
weil ich weiß, was danach kommt
f*ck wieso geht’s mir schon wieder besser
ich wills beenden
und wills nicht wollen
und wills wollen
damit ichs endlich durchzieh
ich kann nicht mehr.
Leises Plätschern lei
der Beton des Brunnens kalt unter mir
an diesem Ort der Anekdoten
war schon lange nicht mehr hier
ich blick nach vorn und blick zurück
so viel Historie wabert umher
wie ein Gebäude so viel Glück
und Sorgen gedanklich reproduzieren kann
ist mir ein Rätsel.
Wie ein Geruch der kein Bestimmter ist
Bilder weckt
hab mich hier deutlich zu oft
vor mir selbst versteckt
hab hier gelernt, man macht sich klein
um ja nicht aufzufalln
selbst noch ich in mich gekehrt, allein
im Stilln hab mich geniert
so etwas wie ein Ich zu sein.
Hab hier Begeisterung erfahren
Bekehrung, Bosheit, Blöße
bin erstaunt, nach all den Jahren
dass davon alls noch an diesen Ort geknüpft.
Wortlos lasse ich passieren
Entfremdete, das Damals, den Menschen, der nicht mehr ich ist.
Still erlaube ich zu applaudieren
selbstständig ein Selbst erlangt zu haben
das sich sehr wohl ab und an verliert
doch deshalb Fragen stellt und Laut gibt
sich offenkundig interessiert das lacht und lebt mehr denn zu atmen lei
das das Kind von damals liebevoll im Arm hält, schützt und zelebriert,
endlich bin ich frei.
M
Masken und Monster
Sie sieht das Blut an meinen Händen,
das Grauen in meinen Augen sich winden,
die Menschlichkeit schwinden die ich ihr vorgespielt zum Zwecke sie für mich wieder zu finden.
Das Skalpell in meiner Hand,
so kalt und schwer lastet es dort, reist mich in meines Geistes dunkelsten Abgrund, stößt mich über des Wahnsinns Rand.
Ihr flehend Blick schmerzt, beinah so sehr wie die Erkenntnis, dass mein Schmerz allein Versuch lebloser Hülle ist, mehr als ein Monster zu sein.
O
Ode an die Liebe und trust issues
Du sagst du liebst mich doch du lügst, ich les es hinter deinen Lippen, im kleinsten Augenzucken, ich kenn dich besser als du selbst, selbst wenns dir nicht länger gefällt. Du bist meine Welt und das macht mir. Angst. Ich fürchte mich unsagbar. Fürchterlich vor dem Moment in dem dein Herz erkennt, dass meines zu deinem nicht passt, dass ein andres in dein Herz geschlossen hast. Dass die Liebe die du dachtest empfunden zu haben nicht mehr war als bloßer Schall und Rauch und ich dich deshalb nicht minder brauch. Ich mich deswegen nicht wenger verzehr nach deiner Liebe, deinem Platz in meinem Leben und die zarte Blume an Vertrauen deren Existenz ich endlich eine Chance gegeben nicht wider Erwarten gewaltsam zertreten, in die Erde gestampft vom seelischen Schmerz mein ganzer Körper krampft. Dass mein Herz in einen Schraubstock geklemmt mir alls an Luft aus der Luge zwängt meine Haut in Feuer aufgehend fühlbar verbrennt. Dass mein Herz kein Halten kennt und sich widerspenstig mein Kopf nicht von Gedanken an dich und mich und uns trennt, trennen will.
Die Zeit steht still.
Unendlich scheint mein Leiden und Sonne schien lange keine und Liebe lass ich nicht an mich ran, du siehst ja selbst, was alls passieren kann.
Was ward aus all den Momenten von denen ich dacht wir beide wünschten sie würden nie enden, wo ist das Kribbeln hin verschwunden, das Glück in dem wir uns gewunden wenn wir einander hielten, einander heilten wenn wir im Arm des andern weilten. Was fühlst du wenn eins unsrer Lieder spielt? Was fühlst du? Fühlst du?
P
Puppenspieler
König winket die tapf‘ren Reiter zu sich, auch Krieger zu Boden sind um ihn geschart, ein Weinen der Frauen gar bitterlich, jedem der Männer, seis auch von fern, ihr Kriegerherz zerbricht. Der König sein Herzblatt hat er zu seiner Rechten, baldigst der Krieg begonnen ward, Bauern beten zu höhren Mächten, auf dass Tod, schrecklichster all der Feinde, sie nicht mag knechten zu diesem Tag. Vom Turm aus, die Fräuleins beäugen das Fechten. Sehn laufend Männer im Kriege sterben, doch zum Schachmatt wird’s lang noch gehen werden und laufend fällt ein andrer. Trotzend der Furcht ists keinem derer aufzuhören, keiner derer ließe je vom Fried sich betörn, keiner derer ließ sich durch seiner Frau Schluchzen je störn. Jeder derer schmeißt sich in die Schlacht, weil der König den Handzeig einst gemacht. Und in des Puppenspielers Streben geben sie folgsam ihre Leben. Für den Ruhm sind sie allsamt vereint und bereit dem Kriegesfeuer gar Öl zu zu tun. Mögen die Toten in Frieden dann ruhn.
S
Selbstaufgabe
Das Licht der Welt erblicket,
die ganze Welt verzücket,
Luft strömet in die Lungen,
des Mädchens einst so jungen.
Das Licht der Welt verblasset,
die ganze Welt sie lasset,
güld Herz in ihrer Brust
zu lange leiden musst.
Gehofft ich wollte weilen
in einen Abend eilen,
Doch meine Nacht kam früh,
vergeblich ich noch glüh,
ich wäre allzu gern
dir heller denn ein Stern
doch brach ich einst zu sehr
als dass dir Sonne wär
ich Schatten anstatt Schein
lass liebend dich allein.
Euch Dunkel wollt enthalten
Kält ließs Herz erkalten
Kann keine Wärme spenden
So soll mein Leben enden.
Gewiss, ich liebt euch sehr
denn mich sicherlich mehr
schütz euch wie ich kann
fangt neue Leben an
sie mögen bunter blühen
um euer Wohl sich mühen
Selbsterkenntnis / Fehlschluss
Ein Leben lang hab für die Zukunft gelebt
doch wofür leben, wenn sie dünkler denn das Jetzt.
Leb lei für meine Liebsten noch
doch was, wenn ein Teil wegbricht
was wenn alls was bleibt Menschen sind, die mir näher denn ich selbst
und dennoch mir nie Vervollkommnung zu geben vermögen.
Die allsamt ihre individuellen Leben und keiner kanns,
mir das Gefühl zu geben,
ganz und lebenswillig zu sein.
Ich kann, darf sie nicht verlassen doch erstämms nicht mehr,
mein Leben als ewigen Kreislauf tiefen Leids minder zu hassen,
als dass ich leben wollt.
Alls, was ich wollt war meinen Prinz zu finden,
der gleichermaßen fühlt.
Habs zu genüge versucht und in meinem eigen Herz und Schmerz gewühlt,
wo mein Fehler liegt, dass es die Person,
die meine Rettung werden sollt, noch nicht für mich gibt.
Aus noch nicht ward ein stetiges doch nicht und nun ein nimmer, nein, viel mehr ein nie mehr.
Sommerwogen
„In den Sommerferien werden wir jeden Tag aneinanderkleben“
Diesen Sommer konnten Vervollkommnung leben
Eine jede Sekunde flog und verstrich doch in innerer Zufriedenheit, im Person gewordnen Glück.
Abenteuer, zweisames Ruhen, Sternenhimmel, Sonnenlichtspiel, Freiheit, Bindung, Krankheit und quicklebendig und gesund hab ich unsrer beider vergangene ichs im Blick.
Dieser eine Sommer lebt in uns, wuchs er heran als unscheinbarer Spross doch durch all die Hoffnung die der Kleine durch und mit uns genoss verschafft er sich Unendlichkeit in beider unserer Erinnerung.
Sind unsre Leben doch so jung entschieden uns, sie gemeinsam mit den Sommergedanken, für immer unser Sein zu umranken unds vollumfänglich zu umweben.
Wie unsre Liebe, die allgegenwärtig als unsichtbarer Strang und auf ewig vernetzet, aufdass keiner den andern je verletzet, aufdass das irreale Ideal Realität ward in unsrem ganz eigen Liebesmärchen mit glücklichem Unende.
T
Temporär Tot
Wachliegend, unruhig hin- und herwiegend
starr ich zur Decke und erschrecke
über die Schwärze meiner Gedanken
die um vivir und sterben sich zanken.
Mein ignis vitae erstickt von Blut
Erlösung bring das Erlischen der Glut
Befreiung bringt es, tiefrot fließend
Seelenfrieden, sich seelenruhig ergießend
breit sich über verunstaltet mein Körper aus
der vielmehr höhres Kunstwerk geworden
Pein mein weicht, ich fühl mich endlich geborgen
im Nichts, das mir Silence gebracht
nie wieder voll douleur erwacht
Sprache ist nonsense
mit morire im Konsens
Gedanken sind nichtig
nichts falsch noch richtig
gebettet im Dunkel
ein letztes Mal ich für dich funkel
letzte Tränen, kaum noch schimmer,
denkt jetzt an mich, doch nachher nimmer
sorgt euch nicht, ich schlaf für immer
jedenfalls gewiss bis morgen
bis Schwere, Schmerzen sowie Sorgen
abfallen wie nie dagewesen
gleich depressiven Theorien, Thesen
Bis ich wiederauferstehen kann.
War ja alles nicht so schlimm und just for fun :)
V
Viel zu viel
Es ist so hart so viel zu fühlen
Bin selbst des Schreibens müde
Bin des Bleibens müde
Bin des Leidens müde
Was erscheinen mag,
als wärs Hyperbel lei
empfinds als Euphemismus mehr
Es frisst von innen meine Seele
Mehr schwarz denn weiß sie heute sei.
Mehr als alle, viel zu sehr
Ich spürbar Tag um Tag mich quäle
Indem ich immer wieder dann
doch das Leben wähle
In exakt derselben Zeit
in der ein Standardmensch sich freut
Hab ich schon Glück empfunden,
hoch hinaus und tief hinab gefühlt,
hab zu lange nachgedacht
und eben Glückgedanken zweifach schon bereut
hab mich um ein Wiedererlangen
eines Lebenswillens bemüht
bis mich wiederum gefangen
den Frust die Tränen weggespült
wie sollt ein Mensch das alls verkraften
wie sollt ein Mensch so leben
in dem Wissen noch dazu,
swird keinen Zweiten geben
keinen, der mein Sein
wahrhaftig zu verstehn vermag
Jeden Tag mich furchtbar plag
Meine Stimmung ein Tabu
Darf sie keinen spüren lassen
Darf sie keinem offenbarn
Weils faktisch gar nicht möglich ist
andauernde Achterbahnspektakel
nach Stunden nicht zu hassen
Weil sie alle irgendwann
Entnervt gegangen warn
Nun stellt euch vor,
wies mir ergeht,
wies um meine Nerven steht.
Was mich noch am Leben hält
Ist, was im Moment gefällt
Doch die Frage, die sich stellt,
was wird danach aus mir
wenn ich nicht bei dir
noch bei meinen Liebsten bin
Was wenn ich alleine
In einem Tunnel, dunkel, schwarz
Vor Verwirrung schrei und weine
Was bleibt zu tun in all der Zeit,
in der das Tief mich einverleibt.
Einer, hilf,
erlöse mich.
Töte oder rette mich.
Bringe mir die Lust zu Leben
Oder nehme sie für immer.
Doch mir Minuten Glücks zu geben.
Schaff ich lange nimmer.
W
Warum wankt mein Lebenswillen
Warum
erklingt
frohe Musik
wärend lebenswillenlos
im Bett halb sitzend lieg
ich seh dich an
und frag mich dann
wieso will nicht für uns noch leben
lieber mir die Kugel geben
mit dir bin froh und heiter
mit dir will mehr und weiter
doch leben will nicht länger
so frag ich dich
und fragst du mich
wie töt ich suizidale Gedanken
wie kann meiner Psyche Schranken
immer wieder auferlegen
mich wieder Richtung Licht bewegen
woher nehm den Glauben
während mir die Atemzüge letzte Kräfte rauben
warum diese Leere
warum diese Schwere
nicht einmal du vermagst mich stützen
will dich vor all der Schwärze schützen
die mich von Zeit zu Zeit umhüllt
und mir den Verstand vermüllt
gepaart mit marternd Sorgen
will für uns kein morgen
ätzend brennt in mir ein totes Feuer
für glimmende Glut
fehlts an Wehmut
zu viel Weiß
fröstelnd heiß
zu viel ohrenbetäubende Stille
zu wenig Lebenswille
Weihnachten.
Es ist wie Verliebtheit
eine Sucht
nach Harmonie
nach Nähe und Wärme
dem Kuss unter dem Mistelzweig,
zu zweit am Feuer stehn, in die Sterne sehn
und sagen, mit dir ist mir alls an Wünschen erfüllt
sich dennoch wünschen, dass man eben diesen Menschen auf ewig an seiner Seite hält.
Es ist der Kitsch, der maßlos Straßen überschwemmt
jeds Herz und Haus einnimmt
vom Herz aus die Gehirne erklimmt
die Köpfe vernebelt
den Verstand aushebelt
und uns Weihnachtslieder singt,
der an Lichterketten hängt
sich in Santahosen zwängt
und im „I love X-Mas“ Pj bei Kerzenschein pennt.
Es ist eine Flucht
aus dem Alltag
und alldem was mehr eckig läuft als rund
in unsren Leben,
in dem wirs Teilen
wir überlegen
wem wir was und wie am besten geben
wie wirs verpacken, verziern
für den einen Moment in dem wir die Kontrolle verlieren
und über Päckchen herfalln wie Hohle.
Es ist die Hoffnung auf ein Mehr
ein wenig mehr Glück
ein wenig weniger vom nach Vergangenem trachten,
vom tristen Blick zurück
wenn wir heut einen neuen „auf ewig“ anschmachten.
Die Hoffnung auf Größeres als wir
das um uns besorgt, uns schützt
ein Stern der uns geleit
wenn wir den Weg verliern
uns mit seinem Lichte zeigt
worin der Sinn der Weihnachtszeit liegt
und wo man rechts abbiegt
um Anschluss zum Wege wieder zu finden,
dass wir uns auch wirklich da durch schinden.
Es ist ein Rausch
bedingt vom innern Kind
das sich kaum halten kann vor Euphorie
verstärkt durch Glühwein
und viel zu vielen Rumkugeln
von denen mehr wir wanken und rumkugeln
als grade stehen, gar gehen.
Es ist ein Geschenk an sich,
dass wir ans schenken denken
unsre Liebsten an den Händen
halten
wir heißen Kakao mit Marshmallows schlürfen
beim Schlittschuhlaufen uns so manches Knie aufschürfen -
dürfen. So mancher ist weniger privilegiert.
Wer
Wer kann mich verstehen
kann mich hören sehen
wissen wie ich fühl und denk
während ich ganz ungelenk
versuch mich zu erklären
wer kann sich bewähren
ein Niemand so der Schein
so bleib ich fühl allein
von allem viel zu viel zugleich
der Wort mehr denn der Taten reich
denn wenn selbst du mich nicht verstehst
gedanklich andre Wege gehst
verbleib ich hier allein
denk es soll so sein