Kurzgeschichten für Kinder

Kinder sind ein Geschenk und erfüllen Herzen mit ihrem Lachen. Und das kann gerade zu Ostern und zu Weihnachten nicht genug zu hören sein. Genau deshalb hab ich diese Geschichten geschrieben.

Zu Weihnachten

Quoks, ein Weihnachtself auf Abwegen (Teil 1)

 

Weit weg, in einem kleinen Dorf, uns unbekannt, und unbenannt leben Weihnachtsmann und Christkind und arbeiten Hand in Hand mit emsigen Elfen, die beim Geschenkemachen helfen. Sie alle basteln und bauen und schuften übers Jahr um der Welt ganzen Kinderschar zu Weihnachten Freude zu bringen, wenn nach Abliefern der Präsente in allen Häusern Glöckchen erklingen und Kinder polternd auf Türme an Geschenken zustürmen. Doch ein Elf, unter all den tausend Helferlein, ist jedes Jahr zur Weihnachtszeit allein. Er heißt Quoks und ist nicht nur ein echter Tollpatsch, nein, beim Basteln, Bauen und Schuften macht er ohne auf der anderen Arbeit zu schauen, nicht selten Quatsch. Nicht erst einmal brockte er seinen Mitelfen Schlamassel ein, ja einmal, als er auf einem Einhornplüschtier daher geritten kam legte er mit ein Wusch die Geschenkverpackmaschine lahm.  Oder ein andres Mal saß Quoks auf einem Schlitten und sauste jauchzend den nächsten Schneeberg hinab, die Mütze über die Augen geklappt, und ums noch aufregender zu machen, hielt er die Leine am Schlitten nicht fest, so kam er dahergeritten. Ja im Schluss gabs kein Halten mehr, er fuhr vom Berg ab, gerade aus auf die Keksbackstuben zu, wo Bäckerelfen grade Tage an Arbeit verluden. Und Quoks fuhr mitten hinein. Das alles später wegzuräumen war ihm der wilde Ritt wert gewesen, das Unordnungbeseitigen musste sein, das wusste er, so schnappte Quoks sich Schaufel und Besen und legte los. Würde Quoks den Elfen mal helfen anstatt die Arbeit zu vernichten, die sie so mühselig in all den Stunden allsamt gemeinsam verrichten, hätte Quoks bestimmt schon Freunde und wär nicht so einsam an Weihnachten, dem Fest der Liebe, würde nicht in seinem Häuschen hocken, Löcher an seinen Socken zählen und sich durch Langeweile quälen, weil Oberstfeldwebel Weihnachtsmann des Truppes Weihnachtsgewusel ihm Hausarrest erteilt, an dem Tag, an dem ein wütender Bäckerelf ihm über Quoks ach schelmische Taten bescheid gab. Ach so viel Leid blieb Quoks erspart, hätt er der Elfen Weihnachtsfleiß gewahrt. Doch dieses Jahr bleibt Quoks nicht zu Hause, hat er beschlossen nachdem die ganze Elfenschar ihn geschlossen zu Hausarrest verdonnert hat, schon im Vorhinein um ganz sicher zu sein.  So machte Quoks sich lang vorm Winter für seinen Aufbruch bereit und eines Tages im Dezember, war es schließlich soweit: Quoks macht sich auf eine Reise, ins Menschenreich will er sich heimlich schleichen, nachts still und leise um herauszufinden ob doch all die schönen Geschichten, die Geschenkbotenelfen am Weihnachtmorgen alljährlich berichten der Wahrheit entsprechen. Doch anders kams weil Adam sich zu diesem Weihnachten eine Zeitmaschine gewunschen hat, die unverpackt im Geschenkelagerraum stand – Quoks traute seinen Augen kaum als er den Raum betrat. Bewegt von Neugier über das Ungetüm trat er hinein und ungestüm drücke er auf ein paar Knöpfe, bis sich was tat. Die Monstermaschine ruckelte und sie zuckelte und schluckte Quoks bis sie ihn ausspuckte und was Quoks sah war nicht das was er kannte, so rannte der kleine Elf um die Maschine und schlug dagegen und hoffte es würde sich was regen, das ihn wieder heim brachte. Vergeblich. Und traurig stapfte Quoks weg und dachte bei sich:“Ach wär ich doch nur brav gewesen und zu Haus geblieben, hätt gelesen oder gespielt wies die anderen mir vorgeschrieben.“ So kalt und so dunkel war jene Nacht, Quoks hätt sie beinah frierend unter einem Baum verbracht, hätt da nicht ein ganz besondrer Stern den Himmel erhellt, den Quoks in dieser Nacht erschaut, dem er gefolgt, bis er auf ein paar Männer getroffen zu denen er sich gesellt, bei denen er ein Lager dann erbaut. Die Männer waren Hirten und erzählten Quoks von einem Engel der ihnen erschienen, der sie zum Heiland brächte. Quoks war hellauf begeistert, ein echtes Abenteuer erwartete den Elf und so schlug er sich mit den Hirten durch all die weitren Nächte und ließ sich von seinen neuen Kumpanen bewirten. Bis eines Tages sie einen Stall dann sahen, der ganz klar ward von dem einen Stern bestrahlt, hier liegt das Christuskind berichteten die Hirten froh und betraten bedächtig des Heilands schlichte Bleibe. Und da lag er, der kleine Jesus bei nacktem Leibe im Stroh und hielt Marias Hand, und seines Vaters Joseph, der hinter dem Kleinen da stand. Quoks erkannt sofort, das war das Christkind, das in seiner Welt schuftete für den einen Tag, für Weihnachten und er hat nichts beigetragen außer Schabernack zu treiben. Quoks erkannte, er musste Kehrt machen geschwind und zurückkehren zum Christkind und zum Weihnachtsmann, denn seine Elfenarbeit für dieses Jahr war lang noch nicht getan so hat er erkannt.Und wie verrückt rannt er zur Zeitmaschine bis nach langem Tippen irgendwann sie wieder zuckelte und ruckelte und ihn zu Hause ausspie. So froh war Quoks zuvor noch nie und hoch und heilig schwor er sich, dem Heiland und dem Weihnachtsmann künftig wies erwartet wird von Weihnachtselfen, mehr noch als all die andern zu helfen. 

 

Quoks, ein Weihnachtself auf Abwegen – sein erstes Geschenk (Teil 2)

 

Plätzchenduft erfüllt die Luft und Quoks war heimgekehrt und weder Weihnachtsmann noch Christkind haben dem Schlawiner den herzlichen Empfang verwährt. Ganz betreten schaut er drein, doch froh, wieder daheim zu sein und weil die zwei sich ihm erbarmen, kennt Quoks kein Halten, liegt kurz darauf in ihren Armen. „Auf immer werd ich artig sein“, verkündet er, den Blick gericht‘ gen Heil’genschein. Das Christkind schimmert, des Scheines umgeben, stärker noch, als sonst. Seine Wärme Quoks umhüllt, erfüllt, wie er da liegt, lauscht er den Zwei’n. „Weißt du denn, dass du von uns in diesem Jahr noch ein Geschenk bekommst?“ Quoks nun heller denns Christkind strahlt und schneller noch richt er sich auf, wart ab, wies weitergeht. Ob Weihnachtsmann sich einen Scherz erlaubt? Er hatte wirklich nicht geglaubt, nach allem noch beschenkt zu werden. Doch Weihnachtsmann wirkt ehrlich. „Ist in Ordnung, Quoks, nun lauf!“ Und Quoks sprint‘ los, hinaus zur Tür, die Freud gar groß, zum Rentierstall. Das Tor fliegt auf mit einem Knall. „Rudolph, Rudolph, du wirst es nicht glauben…“, Rudolph er schaut mit großen Augen, ganz verdutzt, den Elfen an. „Ganz ruhig Quoks, komm erstmal ran. Erzähl, was ich kaum glauben kann.“ „Heute ist so viel gescheh’n“, setzt Quoks gleich zur Geschichte an, „ich hab den hellsten Stern geseh’n und ach, das kleine Jesuskind. Jetzt bin zurück und muss schon los, zu meinem Präsent geschwind. Noch nie wurd ich für ein Geschenk für brav genug erklärt. Fühl mich regelrecht geehrt!“ Und Rudolph, nur kurz abgelenkt, von einer Fliege auf dem Ohr, merkt nicht wie Quoks wiedrum hinaus zum Tor, als wär das kleine Elfenkind, auch bekannt als Wirbelwind, gar nie dagewesen. Quoks den Weihnachtsbaum erreicht, muss nur noch seinen Namen lesen. Auf einer dieser Namenskarten, muss er sicher steh’n. Quocks, der kann es nicht erwarten, will endlich sein eignes Päckchen seh’n. Er findt’s und nimmt‘s und mit einem lauten „Ratsch“, ists offen. Drin sind Schäufelchen und Besen und Quoks konnt sich nichts Bess‘res erhoffen. „So kann ich das Chaos hinter mir, von nun an selbst verräumen“ schwelgt Quoks in Backunfall und Saustallträumen. Er freut‘ sich wie kein Zweiter, noch keiner hatte ihn beschenket und da der Kleine abgelenket, merkt Weihnachtsmann und Christkind nicht, wie sie den Raum betreten. Ganz erstaunt sind beide, wie glücklich Quoks erscheint, war das Geschenk als Lehre mehr und Scherz der Zwei’n gemeint. „Sieh, wie froh der Frechdachs ist. Er mag ein kleiner Lauser sein, doch hab ihn heut ganz fest vermisst. Ich glaub, ich nehm ihn mit“, meint Weihnachtsmann, „heut Abend dann, zum jährlichen Beschenkertrip, von Haus zu Haus und lad mit ihm Geschenke aus. Und du fliegst nebenher.“ „Da hat der Quoks nun mitgehört und freute er sich eben sehr, freut er sich nun um vieles mehr und doch fragts Christkind gleich empört „Und ich? Muss fliegen, während ihr gewärmt und komfortabel dürft im Rentierschlitten liegen?“ Und Quoks und Weihnachtsmann, sie lachen. „Wenn das Christkind wirklich will, kann ich dir Platz auf Rudolph machen“ meint der Weihnachtsmann verschmitzt „Der Sattel weich und warm zudem, da wird’s dir sicher gut ergeh’n.“ Da schaltet Quoks sich auch noch ein: „Das Christkind soll zufrieden sein, ich werd auf Rudolph reiten. Und hoch oben dort im Himmel dann durch Wolken gleiten. Mit euch ein jedes Haus bereisen und verstohl’n, auf leisen Sohlen, in diesem Jahre keine Kohlen, in jedes Haus Geschenke tragen. Vielleicht werden sie dann wie ich, ihr Handeln hinterfragen“ „So soll es sein“, stimmen dem Elf, Weihnachtsmann wie Christkind zu und wie im Nu sind alle 4 im Schlitten. 

Quoks war heimlich oft geritten und konnt sein Glück nicht fassen. Das schönste Weihnachtsfest für alle, und keinem Kind wurde seither Kohle zurückgelassen. Eine zweite Chance für alle, im Advent, wurd Tradition. Ein Anlass vielmehr ward es schon, der Barmherzigkeit. 

So wünschen Christkind, Weihnachtsmann und Quoks auch dir die schönste Weihnachtszeit, ein Fest voll Freud und voll Besinnlichkeit.

Ostern

Das Osterunglück 

 

In der Ostereieranmalfabrik 

gab es viel zu tun 

die Hasenhelfer bemalten geschickt  

Tag ein Tag aus die Ostereier, 

selten nur durften sie ruhen. 

 

Kunterbunt, gestreift, getupft 

auf dem Fließband lagen sie 

ein manches wurd herausgezupft 

Ausschuss nannte man die. 

 

Ein ganz bestimmtes Osterei 

war Henne Hertas schönstes Stück 

es kam gerad am Fließband vorbei 

vorbei wars mit dem Osterglück: 

 

Harald Hase holte Karotten 

fürs Abendbrot nahm er sie mit 

wollt zum Karottendepot trotten 

und machte wohl den falschen Schritt. 

 

Er stolperte und rutschte  

zum Fließband, geblendet vom Licht 

und Hertas Lieblingsei flutschte 

hinunter, zerbrach aber nicht. 

 

Harald stürzte Richtung Ei 

wollts fangen mit seiner Mütze 

das Ei rollte an ihm vorbei 

und fiel in eine Farbkleckspfütze. 

Seitenumbruch 

Fleckig und schleckig war das Ei nun 

statt schön bemalt von den Hasen 

zur Ausschussware müsst er es tun 

doch Herta würde rasen. 

 

Bevor Herta Henne vom Unfallei hört 

es gar sieht 

und Harald empört 

die Löffel lang zieht 

 

tat Harald als wär nichts geschehen 

gab es in ein Osternest 

dort lags versteckt und ungesehen 

bis zum Osterfest. 

 

Am großen Tag dann holten die Häschen, 

der Osterpost die Geschenke, 

der Duft von Schokolade erfüllte die Näschen 

auch das von Hans, der den Lieferwagen lenkte. 

 

Sie schwärmten aus zum Eier Verstecken 

hinter Blumen, Büschen, Bäumen 

unter Wurzeln, Blätterdecken, 

kein Kind sollt ein Nestchen versäumen. 

 

Die Sonne war schon aufgegangen 

die Osterpost musste sich sputen 

doch Herbert Hases Bein hat sich in einem Zweig verfangen 

Und Hans begann zu hupen. 

 

„Herbert, leg die Nester ab, die Zeit wird knapp, 

die Kinder werden uns finden!“ 

Herbert- vom Verteilen schon schlapp 

hüpfte ins Auto und Sie konnten verschwinden. 

Seitenumbruch 

Die Kinder stürmten raus 

Ein jedes fand sich Naschereien 

so schnell die Suche gestartet hat so schnell war sie auch aus, 

nur ein Ei blieb dort allein. 

 

Bis Felix kam 

es fand 

es nahm 

und mit dem hässlichen Ei in der Hand,  

zu sich nach Haus verschwand. 

 

 

Das Ei begann sich zu regen 

kaum war Felix zurück 

die Schale brach, fing an sich zu heben 

ein kleines Küken tapste heraus,  

es war das Osterglück, das brachte neues Leben.