Texte aus aller Welt
Hier sind Eindrücke und Erlebnisse festgehalten von Orten, an denen ich nur Augenblicke und nicht Lebensjahre verbringen durfte. Dementsprechend flüchtig wirken die Momente aber was ist auch ein Moment, der zu lang anhält?
Köln 11
Am Fuße eines grau schwarz Bau errichtet
von Sonngoldröte gekitzelt belichtet
starr ich ins Nichts, harr ich im
Nichtmensch g ew i r r
alsbald nicht durchs städtische Dic kic ht ich irr.
In allen Farben ergießt sich mir die Stadt
raue Fassade trifft hier auf Fliesenglatt
spielend leicht sei später gleich dein alls verspielt
verstohlen das Schicksal
schon um Ecken
schielt.
Rege Treibende auf steinernen Wegen
hoffen vergebens auf göttlichen Segen
durch selbige Straßen die Dichotomie
sich
schlängelt,
sie
vergess
ich
sicherlich
nie.
Mich führet das Schicksal an den Punktknoten
viel bei verschlossenem Himmel geboten
das Schicksal durchnässweicht sucht hier Trockenheit
Bunt Grün wo erquicketer Pabaumpagei SCHREIT.
Zu schnell erwartet das Schicksal der Stadtrand
der Horizont wartet im blickdicht Gewand
kann Köln der Disparität noch entkommen
sind neue Leute Kölns heut erstBeNOmMeN?
Der Stadtpracht im Morgengrau geläutert gar
schon im Tagnachtbild Teilstück der Menschenschar
gewillt würdigen Wortes festzuhalten
spür Erinnerungsbruchstücke erkkkallllten.
Ach Köln du Ort der dort Ratten und Reigen
ach Köln lass mich muss mich vor dir verneigen
Wehmütig voll Frohmut im Herzen ein Stich
so du schrecklichschöne Stadt
verlass dich.
ich
Hackerbrücke (München)
ein dunkles Violett kitzelt am Wolkenweiß
das im Fluss, im Farbmeer vielmehr zu verschmelzen scheint
ein grelles orange mischt sich mit drein
das Untertauchen der Sonne scheinbar der Zoll
für die Farbpracht am Himmel so schön, so rein
bis der Mond schicht antritt, der Pflicht nachgehend, hoch am Himmel scheinen er soll.
Ein Lichtermeer liegt tot im grauen Graben
Tauben von stacheln auf abstand gehalten
ein Flattertier die Nacht will falten
in seiner Einfalt kann lei am Licht sich laben
das Tag dem Nachtträumer vorgegaukelt
das hellt wer in den Schlaf geschaukelt
eine lange Knatterschlange viel fleisch sie ausgespuckt
und das, das sein zu Hause sucht hat es sogleich geschluckt
Schwere, kleine Wasserkugeln prasseln auf Asphalt
Ihr Platzen verheißet mir Freiheit gleich kalt
Der Schauerregen erlaubet es sich
sich über die Lichter der Stadt zu legen
die sich ankämpfend weißlich gelb empor der Stadt mir erheben
Das Bunt der Gegend sich im End dem einheitlichen Graublau ergeben
das einem Gehege gleicht
das den Individualismus so wie meine Haut durchweicht
ein reges Treiben hoch dort oben
hellger Tag, die Leute vor die Türn geschoben
die dort umhertraben und schnödem Mammon nachjagen
während Zwitschertiere über deren hirnlose Luftkammern gleich meiner
vornüber geflogen,
hab mir Andersartigkeit nur des Bewusstseins wegen vorgelogen
und doch hab ich mich Fleischliche Gestalt selbstverschuldet um meine Freiheit betrogen
Mein Einzig dass, das im Irrgarten des Anthrazits auf diesen Ausläufer gebogen
und mich im Moment der Erleuchtung bewogen den Mangel an Einsicht in die Mehrschicht des Seins einzusehen
in der Beschränkheit meiner Sinne hab viermal entschieden worden zu diesem hier zu gehen
Imaginierend im Wandel doch Stetigkeit zu finden und mich nicht weiter durch menschliche Fragen des Ursprungs zu schinden
im Versuch mich aus den Ketten meiner Wahrnehmung zu winden.
Stackse umher im Tauben im Blinden.
Objektiv schön der der Ort der nichts denn krummer Rücken
der nichts mehr mag als denselben Beton zu überbrücken
für den der arme Umhergescheuchte
sich tagtäglich abschuft
die letzte Luft aus seiner Kammer abruft
Kalt, Totes in seiner Erhabenheit
in seiner Befreitheit der Erde
bleibt beständig
in einer solch wendigen Zeit
Wie lang frag ich, wie weit?
Schwarz umringt wat ich durch Regen (Stachus München)
Des reinen Watens wegen
Dunkel scheint alls zu verschlucken
was bleibt denn sich zu ducken
sich des Ringsums zu ergötzen
starrend gen Betonbauklötzen
wankend in der Melodie
der Lichternacht, mehr wird heut nie
Schweiß im Menschenmassendickicht
blieb gleich dem bunten Blitzlicht
heute aus so wat ich weiter
geradeaus gen Leiter
glatt steinern bringt sie mich hinein
Pünklich bringet sie mich heim
im trocknen Trist sitz dann allein
wart auf neuer Nächte Wein
neuer Abend Abendteuer
nach heut mehr noch ein treuer
Diener nächtlich Eskapaden
sinnloser Sufftiraden
find in Clubs die Luft zu leben
wahrhaftig Herzensbeben
Barcelona
Ein zartes Blau
Ein Lüftchen lau
Ein Vogel fliegt
Ein Schiffchen wiegt
Ein Palmenmeer
Ein Menschenheer
Ein stilles Laut
Ein bisschen Haut
Im grellsten Grün
Die Blumen blühn
Der Himmel heizt
Das Sterben reizt
Im Rauch und Schall
Ein Feuerball
Er wärmt er brennt
Die Zeit sie rennt
Ich mittendrin
Weiß nicht, wohin
Weiß nicht, woher
Ich will nicht mehr
Sonnendeck (Innsbruck)
Weiße Silberstreifen beugen sich über die Berge hinweg,
der Himmel in gelb und rot getaucht
der Fluss der sich unter mir fortbewegt auch,
Schwärme an Vögeln dort oben machen ihrer Schwingen Gebrauch,
wenge Wellen züngeln am Steeg.
Wolkentürme am Horizont rauben dem Lichte sein Leben,
der Sonne rege Strahlen hingegen ihrer entgegen sich heben.
Reihen an Bäumen wie erstarrt, beäugen das Schauspiel so schön,
stumpfe Tritte zu Erde verraten, dass Leut an mir vornüber gehen.
Nichts an Worten kann fassen,
welch Freiheit einer hier fühlt,
und alls an Schreiberseele bedarfs, um einen das glauben zu lassen.
Ode an Wolfegg (Baden-Württemberg)
Kein schroffer Fels,
kein Weißer Gipfel
in der Fremde, in der Ferne eines Kirchturms Spitze höher als der Bäume Wipfel, höher als der grünen Hügel gräsern Kuppeln ragt die rechts meiner sich erheben
Winde mir im Schreiben immer wieder sanft die Wange streicht, ab und zu ein Tröpfchchen meine Haut küsst
Da rund um die hölzern Bank mit so schön schwarz geschwungenen Griffen nichts die Höh erreicht mir Schutz zu sein
Mit dem Umbruch des Himmels mein Sehnen zu bleiben steigt doch der Aufbruch schreit
Und dank des Regens der mir Papier und Feder nässt mir anderes nicht übrig bleibt.
Des Kirschbaums rosa Blüten vor mir, vom Windspiel zuvor umhergetrieben nun nass, ergraut am Boden liegen, kleben, leblos sich mit dem Schotter verweben, womit ihr hübscher Anblick nur mehr als Erinnerung meiner Wenigkeit in meinem Kopf verweilt.
Dem Schauer entkommen versuchend zogs mich zur Kirche, die weiße Fassade schon in Sicht,
die Sonne im selben Moment durchbricht, in dem Mauern erreich.Der zwölf Uhr Glockenschlag erklingt, vollends verstummt der Wolken Weinen.So schreib ich, schweig ich, verbleib ich, lass mich inmitten eines Gänseblümchenmeers von einem weit entfernt flammenden Himmelskörper wärmen, bescheinen.
Texte im und über's Außerfern
Diese Texte entstanden bei meinen ausgiebigen Spaziergängen im Außerfern. Viele Jahre meines Lebens hab ich in Tirol verbracht und mich von der Umgebung inspirieren lassen. Ich wünsche viel Spaß beim Eintauchen...
Dagewesen (Reutte) (Natur, Ich)
Auf ein Uhr erhebt sich Licht
In seiner Helle lockt es mich
Lenkt ab von Regentropfen die rege mir ins Gesicht tröpfeln
Sanft die Wange hinab streicheln.
In der Finsternis vom Nass geküsst hab Steine vor mir übersehn, so stark wir sie zu Erde stehen, knapp mich lei straucheln lassen.
Des Himmels Schwärze über mir, schwappt
Fort ergibt sich dem Rot
Ficht mit Rauch der zitternd rechts zu mir dem Schlot entsteigt
Der sich dem Schwarz entgegenneigt.
Nacht und Tag verschmelzen
Umfocht von dürren Nadelstelzen
Die schützend um mich sich gelegt
Ein laues Lüftchen weht
Kühlt das Nass auf meiner Haut
Laterne auf ein Uhr tiefer mir noch in die Augen schaut
Und wie wir uns betrachten
Merken beide nicht wie der Horizont jenseits der Köpfe graut
Wie Wolken sich über die Röte legen
Als hätts nie Licht gegeben
Ein lautes Donnern grollt
Rollt über uns hinweg
Sekunden danach ein Blitz sich auf uns zubewegt
Drohend an mir vorüber er schwebt und in die Laterne er schlägt
Die da leer starrend starr und stählern vor mir steht.
So schnell ihr Leben erloschen, schlichtweg gelöscht, einen letzten Blick konnt ich erhaschen
dann dunkelts, wo eben Licht gehangen
Als hätts Helle nie gegeben.
Und wie die Nacht nach meiner nun trachtet, lächzt nach meinem Leben zu langen
Nehm ich das Nichts um mich still, schweigend hin,
spinn an dem Gedanken,
der Frage,
wie viele Sterbende erleben, überleben wird bevor ich selbst einer bin,
als Sonne hell am Himmel schein
als Rauch mich aus den Häusern trage
als Wolke Lebende bewein
Als Blitz die Wassermassen durchbrech
im nächtlichen Nichts Niemandes Dagewesen räch.
Dem Himmel sei Dank (Reutte) (Natur, Menschen)
Regentropfen tropfen zu Boden.
Gemeinsam reisend und doch fällt jeder eigen.
im Regen stehend seh nach oben,
seh Wolken sich gen Sonne neigen,
seh schwarz, seh weiß, seh grau,
seh Dunkel.
Seh rundum Menschen Regen meiden,
wie sie sich vor dem Dunkeln neigen.
Und ich steh,
betracht der Tropfen Funkeln,
spür des Dunkels schützend Hand,
und Tropfen die im Tropfen mit sich nehmen Weh und Sorgen.
So steh da, froh und frei gen Himmel gewandt
seh weiß, seh schwarz, sehr grau,
frag mich,
warum nur missen die Leute das Blau?
Warum missen die Leute die Sonne, das Licht und die Hitze,
die ihnen drohend all Tag im Nacken doch sitze.
Das grelle Licht, sagen sie, quäle sie doch,
blende, hindre sie sehr.
Durch ewge Dürre, klagen sie, hungern sie noch,
und Hunger macht Arbeit so schwer.
Nun fällt der Regen,
macht trocken Felder eben,
bringt mit sich neues Leben,
doch Leute zu viel auf Klagen geben.
Und ich steh,
seh Wolken wie durch Zauberhand sich weben,
wie sich mit jedem Wolkenbeben
Tropfen auf mich zu bewegen,
der nasse Schleier mich schaudern lässt.
Und wie ich steh,
merk gleich die Sonn wie sie bedächtig hervorragt aus ihrem Wolkenkleid,
das Licht sich ganze Dächer einverleibt.
Leute reden schon als der erste Wall Hitze auf dann keimt.
Regen wär ihnen dann doch genehm.
Texte in und über München
Tirol ist und bleibt meine Heimat und mein Herz gehört den Bergen und Seen. Dennoch habe ich in München das Gefühl, angekommen und richtig zu sein. Diese Texte entstanden an vielfrequentierten Orten und sind demnach nah am Menschen geschrieben.
Hackerbrücke (München) (Umgebung, Menschen)
ein dunkles Violett kitzelt am Wolkenweiß
das im Fluss, im Farbmeer vielmehr zu verschmelzen scheint
ein grelles orange mischt sich mit drein
das Untertauchen der Sonne scheinbar der Zoll
für die Farbpracht am Himmel so schön, so rein
bis der Mond schicht antritt, der Pflicht nachgehend, hoch am Himmel scheinen er soll.
Ein Lichtermeer liegt tot im grauen Graben
Tauben von stacheln auf abstand gehalten
ein Flattertier die Nacht will falten
in seiner Einfalt kann lei am Licht sich laben
das Tag dem Nachtträumer vorgegaukelt
das hellt wer in den Schlaf geschaukelt
eine lange Knatterschlange viel fleisch sie ausgespuckt
und das, das sein zu Hause sucht hat es sogleich geschluckt.
Schwere, kleine Wasserkugeln prasseln auf Asphalt
Ihr Platzen verheißet mir Freiheit gleich kalt
Der Schauerregen erlaubet es sich
sich über die Lichter der Stadt zu legen
die sich ankämpfend weißlich gelb empor der Stadt mir erheben
Das Bunt der Gegend sich im End dem einheitlichen Graublau ergeben
das einem Gehege gleicht
das den Individualismus so wie meine Haut durchweicht.
Ein reges Treiben hoch dort oben
hellger Tag, die Leute vor die Türn geschoben
die dort umhertraben und schnödem Mammon nachjagen
während Zwitschertiere über deren hirnlose Luftkammern gleich meiner
vornüber geflogen,
hab mir Andersartigkeit nur des Bewusstseins wegen vorgelogen
und doch hab ich mich Fleischliche Gestalt selbstverschuldet um meine Freiheit betrogen
Mein Einzig dass, das im Irrgarten des Anthrazits auf diesen Ausläufer gebogen
und mich im Moment der Erleuchtung bewogen den Mangel an Einsicht in die Mehrschicht des Seins einzusehen
in der Beschränkheit meiner Sinne hab viermal entschieden worden zu diesem hier zu gehen
Imaginierend im Wandel doch Stetigkeit zu finden und mich nicht weiter durch menschliche Fragen des Ursprungs zu schinden
im Versuch mich aus den Ketten meiner Wahrnehmung zu winden.
Stackse umher im Tauben im Blinden.
Objektiv schön der der Ort der nichts denn krummer Rücken
der nichts mehr mag als denselben Beton zu überbrücken
für den der arme Umhergescheuchte
sich tagtäglich abschuft
die letzte Luft aus seiner Kammer abruft
Kalt, Totes in seiner Erhabenheit
in seiner Befreitheit der Erde
bleibt beständig
in einer solch wendigen Zeit
Wie lang frag ich, wie weit?