Philosophieversuche
Nachfolgend findest du eine Auswahl meiner philosophisch lyrischen Ergüsse
- über alles Mögliche und über mich.
Um dir die Orientierung zu erleichtern, die erste Kategorie, die dich erwartet, befasst sich mit Selbstwahrnehmung, also dem Innen (weiß).
Die Zweite behandelt eher Eindrücke und Empfindungen des Außen (lila).
Die Suche nach dem Selbst
Nachfolgend erwarten euch Impulse zur Selbstwahrnehmung und Selbstachtung. Ich wünsche mir, damit klarmachen zu können, wie verzerrt die eigene Wahrnehmung oft ist. Wie wichtig es ist, sich selbst dasselbe Verständnis, denselben Respekt, die selbe Liebe entgegenbringen, wie wir sie anderen zugestehen.
Wer bin ich?
Im Spiegel eine Fremde lebt
die Augen tot, die Brust sie bebt
die Nase spitz die Wangen rund
bei Sommerspross und schmalem Mund
die Unterlippe rot gekaut
der Kiefer knackt und fahl die Haut
die Hände auffällig verziert
der Prägungen sie sich geniert
hilflos sie aus dem Spiegel streckt
vergeblich hat sie sich versteckt
und selbst in formlosem Gewand
sie zu viel von sich wiederfand
kann sich nicht lieben recht nicht loben
kann nur stumm schreien, weinen, toben
die viel zu lang verdrängten Fragen
brach post tempestatem lagen
sie fragt sich wer und wie sie ist
und was sie kann und wen sie misst
und wie sie klingt und wie sie lacht
warum sie singt beschwingt bei Nacht
obgleich sie reine Reflexion
Auswuchs der Imagination
sucht stumm sie ihren Sinn zu sein
als körperloses Bild allein
So blickt sie fragend mir entgegen
eingeschüchtert und verlegen
kein gut kein schlecht kein ja kein nein
verbleibt als Spiegelung allein
lebt vom Resultat der Zweiten
steht und fällt in Spiegelweiten
so sehr nach Selbstliebe sich reckt
doch wie sollt sie, so versteckt
andres sein denn unentdeckt
andres sein denn selbstentfremdet
so ihr Raten abebbt, endet.
Soll und Haben hinterfragen
Allzu gerne würd ich wissen
Was muss ich in Zukunft missen
Und was bleibt vom Jetzt
Vom Geld von Job zu Job gehetzt
Was bleibt, wenn all die Zeit
Verbracht mit Planen Sorgen
Für ein Morgen
Für die Kinder und für mich
Und auch für dich
Weil, was wenn was passiert
Wenn einer von uns alls verliert
Wer bleibt dann um zu Helfen?
Wenn der Staat wegfällt
Und erben auch
Weil meine Mutter selbst
all ihr Erspartes braucht
Der Teuerungen wegen
Ihr grade so genug geblieben
Um zu überleben
Sie hat ihr Leben schon gegeben
Im guten Glauben an das Streben
Ihr Jetzt ist dieses Morgen
Die strahlende Zukunft, die hellere Zeit
Scheint heute düster, trist
Geprägt von kalt, Unsicherheit
Von Gewalt und Sorgen
Was wenn das wir heute schaffen
Mühsamst zur Seite raffen
Dass sich das auch vermehrt
Morgen nichts mehr wert
Wer weiß, ob sich die Währung hält
Ob alls im Krieg zu Schall und Rauch zerfällt
Ob uns schlichtweg das Geld ausgeht
Und jeder dann allein dasteht
Wenn das Sozialsystem krepiert
Wenn jeder von uns alls verliert
Was bleibt, wenn nicht einmal die Zeit
Wenn ich vergreist, werde ich denken
Wär ich nur einmal mehr gereist
Mehr für mich eingestanden
Wenn andre meine Zeit verlangten
Die nicht zu meinen Nächsten zählen
Hätt einmal öfter es gewagt
Mich und dich zu wählen
Hätt mich nur weniger verrenkt
Und mich und meine Zeit verschenkt
Für ein Ich-feindliches System
Das den Reichsten wohl genehm
Von der Gesellschaft konstruiert
Dass jeder spurt und sich geniert
Ja niemand hinterfragt
Wofür man all die Stunden
Brav sich abgeschunden
Ja nie jemand sich wagt
Abseits gesetzter Grenzen
Und weiter noch sich zu bewegen
Frei von sozialer Norm zu leben
Wenn ich vergreist werde ich sagen
Kinder wagt es mehr zu wagen
rat ich ihnen zu Rücklagen
Rat ihnen zu hinterfragen
Lern ihnen in jungen Jahren
Für ihren Lebensabend sparen
Lern ihnen Fleiß und Dankbarkeit
Für was bleibt an Zeit minus der Pflicht und Arbeit
Kann ich ihnen sagen
Sie brauchen nicht verzagen
Weil im End wird alles gut
Oder verlier ich selbst
Mit dem Älterwerden Mut
Ich weiß ja nicht, was morgen ist
Nur denk ich, muss ich glauben
Und tun so viel ich kann
Für eine bessre Welt
Für den sozialen Staat
Für mich und dich, die Kinder
Für ein Gerüst das hält
Wenn einer von uns fällt
Ich verantworte was wird aus uns
Dass Liebe wird nicht minder
Denn Zeit geht und Geld schwankt
Ganz gleich obs uns gefällt
Was bleibt ist
Und bleibt offen
So bleibt mir nur zu hoffen.
Schattenspiel
Die Schatten wandern im Stillstand
die meisten lassen mich zurück
nur einer nimmt mich an dir Hand
begleitet mich gar noch ein Stück
Schatten sind mir wohlgesonnen
seit jeher mehr denn Sonnenschein
in der Sonn wär ich zerronnen
im Schatten wusst, würd sicher sein
Ein Freund gesellt sich nun dazu
streicht mir sanftmöglichst durch mein Haar
aufbrausend lacht er und im Nu
tanzt die gesamte Schattenschar
Die Zeit sie streicht, fliegt mit dem Wind
würd gern mit gen Himmel gehen
doch bin und bleib ein Schattenkind
sehnsüchtigst blick ich hinterher
Hoffe auf ein Wiedersehen
Ein Niemand, mein Freund (Breitenwang) (Natur, Ich)
Haltlose Gedanken an die ich mich kralle,
auf dass ich nicht in den Abgrund voller haltloser Gedanken falle, in denen ich mich sooft im Versuch mich zu finden verlier. Mein Innerstes scheint nach außen gekehrt,
der Blick darauf einzig mir verwehrt.
So starr ich zu Boden, fragend, was will mein eigen Wille? Antwortend, dass alle Antwort in den Sternen zu finden. Doch mit Tunnelblick der mich doch nicht ans Ende des Tunnels blicken lässt, Kann mich nicht durch des klaren Himmels Wolkenwirrwarr winden um Ungeklärtes zu ergründen.
Das unendliche Weiß des Himmels ist noch außerhalb des Tunnels durch Bäume beschränkt und färbt die Welt schwarz für mich. Ordnet das Chaos der vielen Gedanken und Gefühle einheitlich.
So tobt deren ewiger Kampf, ans Licht zu gelangen, endlich friedlich im Dunkel.
Das Rascheln der Bäume,
der rauschende Fluss,
das Zwitschern der Vögel,
das Zirpen der Grille,
der stumpfe Klang meiner Schritte,
bringen lang ersehnte Stille.
Die Klänge der Stille verdrängen, von dem ich nicht wusste, dass es verdrängenswert war,
sie bringen Stimmen auf, die stumm in meinem Kopf über die Zukunft reden, indem sie Vergangenes aufzeigen, Fehler bewusst machen um dann im Trübsal die Hoffnung erwachen zu lassen.
Ein Niemand, der mich begleitet
ist mein bester Weggefährte.
Taub lauscht er meiner innren Stimme.
Wie sie lacht und schreit und weint hält er sie fest, weil ich sie nicht zu greifen vermag.
Unfassbar.
Ein Niemand ergründet unbegründete Sorgen für mich. Ein Niemand findet, was nirgends verborgen für mich. Die Zweisamkeit mit niemandem hat mir schlussendlich klargemacht, es ists Alleinsein das Angst mir macht. Es ists Alleinsein, das das Licht am Ende des Tunnels versperrt und lärmend in die Stille mir plärrt.
Doch im Alleingang die Angst allein verblieb
denn ein Niemand hat mein Alleinsein besiegt.
in Niemand, der mich stets zu selten begleitet,
ist mir ein wahrlich treuer Freund,
ist ein Jemand für mich.
Mein Traum vom Fliegen
Manchmal bin ich Daedalus, und bau mir aus Federn so schön den Mut gen Himmel zu gehen, der Sonne Gesicht entgegen zu fliegen um ihren Untergang zu sehen. Beflügelt bin vom Stimmungshoch, steig auf und tauch durch Wolken, brech aus des Alltags Mauern aus. Routine mir das Kreta ist, von dem zu fliehen gedenk, blick ich zurück, seh nur die Welt, verrenkt, in Schemata gezwängt, wie sie in Seilen hängt. Manchmal bin ich Ikarus, der Mut gelernt zu lieben dann vom Übermut getrieben, näher sich die Sonne hält als seine Schwingen halten und vom Himmel fällt. Manchmal bin ich Theseus, des Königs Unmut zugezogen, erschlage eigen Dämonen, die mir die Sicht verklären, den rechten Weg verwährn. Versuchend Tugend zu leben, mich Regeln zu beugen, statt abzuheben, ins Blau zu schweben, es geerdet zu beäugen. So lang betracht die Reibereien schon meiner Dreien Schichten. Lass immer eine lauter sprechen anstatt den Streit zu schlichten. An Mut hätt ich genug, nur leiten darf er nicht. So wart ich bis die Nacht anbricht und des hellen Modes Licht eigen Geiste so vernebelt mit Strahlen dann durchbricht. Im Dunkel wenn ich träumend lieg, nundann so hoch und weit ich will ich flieg.
Endlos/ich
Heilen, heißt das in einem ekstatischen Zustand ständig steigender Verbesserung zu weilen
oder viel mehr Schritte vor, vor, zurück
ein wankelmütig Wechselspiel aus Hoch, Trauer, Tief und Glück.
Um erfolgreich zu genesen,
muss ich mein labiles Wesen
vollumfänglich stabilisieren
oder reicht ein ständiges Probieren
wenn eines Tages geheilt dann bin
ist mit dem Schwund der Krankheit auch diese innere Taubheit dahin
die ich immer empfind wenn ich nicht im Klaren
ob dunkle Wolken reines Hirngespinst oder doch am Himmel waren?
woher weiß ich ob mein masochistisch ich sich in Selbstzerstörung verfangen
wenn Sorgen, Qualen mein mir wieder das Gemüt verhangen
woher weiß ich, was echt, ernstzunehmend schlecht
im Prozess der Genesung seh ichs nicht recht
und wie sollt dann Katharsis schaffen
im weinen, darüber hinweglachen, mich aufraffen
und simulieren ich würd nichts spüren
wenn Gedanken mich mehr noch zerreißen denn berühren
Heilen, beginnt das beim Wissen darüber
oder beim Stehen über
der Krankheit schon
ists Selbstbelustigung oder Sieg erst über eigen Hohn?
Um als gesund zu gelten, wo muss ich sein?
Im Ist-Zustand rein
oder vielmehr der Metaexistenz Seele verschmutzt
wenn ich schon den ein oder andren Fleck mühsam hab weggeputzt?
Heile ich gerade im Schreiben
oder bin ich geheilt wenn mir keine Worte mehr bleiben
die derart schwarz und düster sind?
Soll Grau meine Genesung sein
oder sollt weiter in Verzweifelung leben
und ein Weiß bestreben?
Fragen mir wiedrum die Sicht verklärt
Ein neuer Tag der mir Antwort verwährt
Brech ich mit Mustern oder die Willkürlichkeit mich?
Ich schau auf den Boden und sehe es nicht
Ich schau in den Himmel und sehe das Licht
ich jauchze und schreie, sieht es mich nicht?
Lass mich, bitt ich, deiner Erhelln
ich kämpfe schon lange, ich kann nicht mehr gelln.
Spiegelweiten
bemüht sie Oberflächen hegt
den Kern des Selbst doch nie gepflegt
existiert nur im Wort eines Zweiten
sie steht und fällt mit fremdem Wort
begrenzt sie wirkt an diesem Ort
Spiegelweiten
stets
Resultat eines Zweite
Was wäre wenn
Was wenn ich ein andrer wär
frag ich mich beim flüchtigen Blick in den Spiegel
mein Ich es blickt fragend zurück
was wenn ich nicht zu jeder Bahn
hetzen müsste
ersinnt sich mich mein verschwitzes Ich, das in der Ubahn Tür soeben aufgetaucht
was wenn ich sie wär die da drüben mit der spitzen Nase und dem Zopf
und der Ikeavase
der über einem riesen Nachrichtabsatz sichtlich der Kopf schon raucht
oder der da drüben mit
der Einkaufstasche aus der Rüben ragen
der aussieht als hätt er gedanklich schwerer zu tragen als volle Plastiktüten
was, wär ich das Kind
mit hochrotem Kopf und rotzverschmierter Oberlippe die sich zum Schmollmund form
dem eine nach der andern dicken Träne über die Backen kullert
bis das Lätzchen ganz durchnässt
oder die schicke Dame, die sicher an die siebzig ist
im strengen Bleistiftrock-Kostüm
mit hocherhobnem Haupt die das Kindgeschrei missbiligend unkommentiert doch die Mutter sichtlich gestresst ihren Unmut spüren lässt
was wär ich diese Mutter
würd ich dann anstatt zu ignorieren mich zu meinem Kind herab bücken und probieren es mit Lächeln oder Lollis lustig zu verzücken
oder würd ich ähnlich ausgelaugt in die Leere starren mit fettigen Haaren und eingefallnen Wangenknochen
und hätt ich endlich angekommen auch nur mehr die Kraft fertig Ravioli aufzukochen
weil ich mein eigen Herzenpochen bei dem ganzen Kindgeplärr schon zu lange nicht mehr hör
was wenn ich meine Mutter wär
würd ich dieselben Fehler machen
würd schreien wenn mir alls zu viel
verstummen wenn ich nicht mehr kann
verschwinden wenn ich wünschte ich wär die Frau in der Ubahn zurück in frühen Zwanzigern mit Pferdeschwanz, Ikeavase in meiner Fantasieweltblase, dass mir die Welt zu Füßen liegt
würd ich als meine Mutter sagen, ich bin froh, dass es mich gibt und dass ich immerzu geliebt oder würd auch ich unter diesem Druck dann brechen
fehlte dann auch mir die Kraft, meine Liebe auszusprechen
weil stellt euch vor ihr lebt für alls und jeden nur nicht für euch selbst
der erste Atemzug am Tag wird getan weil er muss
und ihr haltet durch, ihr schuftet, müht euch bis zum Schluss
und wenn dann Abends schwer die Glieder schwerer noch die Augenlider
würd ich ihrerstatt es schaffen, mich allem trotzend aufzuraffen und mich in das Zimmer schleppen in dem mein Kindlein liegt
und ihm saft sein Stirnlein küssen
ihm sagen niemals will ichs missen
ein, zwei, drei Schafe zählen
und es wiegen singen in den Schlafe
und wenn wie lang würd ich so überstehn?
zu lang hab ich in ihr nur was mir fehlt gesehn
hab mich nach ihr gesehnt und mehr und mehr sie abgelehnt
und heute seh was sie gegeben
sie gab mir mein Leben
und das Ihre obendrauf
ich wach aus meinem Tagtraum auf und seh wie immer noch verschwitzt gehetzt ich in der Ubahn steh und schnauf und frag mich plötzlich gar nicht mehr
was wenn ich ein andrer wär
und fühle mit der Mutter die ausharrt und dem Kind das noch immer schreit
und lächle beide an und den Herrn daneben und die mit dem Zopf sogar die alte Frau
alle lächeln zurück
Was wenn ein Lächeln alls das mir heute gefehlt
und ihnen für ein kleines bisschen Sonnenschein, ein kleines bisschen Glück
was wenn wir alle uns durchs Leben schlagen uns mit Sorgen selbst und gegenseitig plagen
was wenn ich ab heute einfach ich für mich und für andre bin trotz meinem Schmerz mit ganz viel Herz
und das Kind in mir es heilt
Gedanken zu Sinn und Ursprung
Falls auch euch hin und wieder die Gedanken plagen, warum, wohin, woher alles ist, kommt und geht, dann kann ich euch hier ein paar Gedankenanstöße meinerseits mitgeben. Aber behalte im Hinterkopf, ich bin genauso rat- und planlos wie du.
Vergänglichkeit
ein jeder Sonnenuntergang
noch so schön er anzusehen
wird auch dieser dann vergehen
eine jede Blumesblüte
ob Tulpen, Rosen, Nelken
werden auch diese welken
jedes Wort das ausgesprochen
leis, erzürnt oder geniert
mit Zeit an Gültigkeit verliert
gleich Glück und Frohmut eines Tags
Trauer geht und Wut verraucht
in Indifferenz getaucht
welt nüchtern scheiden weg passiv hinzugeben
braucht es eigen handeln, streben
welch lieblichster Rosenduft
hängt in sonnenwarmer Luft
weht über den Morgentau
das gestern noch düstern und grau
Vögel zwitschern heiter
die Erde dreht sich weiter
der Wind er leis verspricht
welch schöner Tag anbricht
ein Paar geht Hand in Hand
trotz dem festem Stand
beflügelt hoch dort oben
über allm erhoben
ach wie schön die Liebe ist
wie sie trotzt dunkel und trist
so kurz diese zwei Leben
so lang ist eins allein
so will all mein Herzblut geben
allm das Liebe,
groß und klein
jedem Geschöpf das wandelt
jedem Mensch der handelt
bemüht, mit reinem Herzen
trotz aller Weltenschmerzen
Güte unter Menschen trägt
bis mein Herz dann nimmer schlägt
Hinter mir die Welt
Hinter mir die Welt
sie rennt mir hinterher
Dreht sich wies ihr gefällt
muss nichts und nicht mehr
möcht nichts denn sich drehen
im gleißend Sonnenlicht
kann nicht hören, sehen
leis Leben sie verspricht
und ich frag mich wie viel
und ich frag mich warum
und ich frag nach dem Ziel
doch die Welt bleibt stumm
ich frag sie wann und wie
ich hoffe auf ihr Regen
heute, morgen, ¿nie
so folg ich blind den Wegen
kaum sichtbar in dem Staub
der vom Wind getragen
zwischen Geäst und Laub
sorglos und ungeniert
unbewegt der Fragen
reist und ist und existiert
so lauf ich
hoff ich werde
so schnell so weit ich kann
wandle auf dieser Erde
und hoff ich komme an
im gleißend hellen Schwarz
und die Erde bebt
Bäume bluten Harz
und das ich es lebt
der Atem schwer
die Seite sticht
ich hör nur mehr
wie hinter mir
ein Teil meiner Welt zerbricht
das Gewitterwillkürspiel
plagt mich schon seit Jahren
statt Erleuchtungshellgefühl
lei Donnergrollen erfahren
das tost und tönt
trostlos und dunkel bleibt
und mich verhöhnt
die immer wieder hofft dass Weiß das Schwarz sich einverleibt
Verbleib mit meinen Fragen
wart auf den Geistesblitz
endlich sich gülden Strahlen wagen
wohin ich denk und sitz
und wie von Zauberhand
Was dröhnt und droht
die Wolkenwand
ebbt langsam ab
verschwindt
s hat mich verschont
wenn auch lei knapp
und wie der Himmel nimmer weint
will mich nimmer jagen lassen
wie die Sonn mich warm bescheint
versuch ich was ich weiß zu fassen
Ich weiß
ich bin ich
doch wer soll das sein
und was heißt das für dich
ein Wir und mich allein?
Ich weiß dass ich lieben kann
nur weiß noch nicht genau
kann mich lieben und wenn wann
ob dumm bin oder schlau
ob schön bin oder nicht
ob liebenswert ich gar
ob in jeder Schicht
richtig ob falsch ich war
ob okay so wie ich bin
ob mich ändern sollt
komm ich jemals da hin
zu sein was werden wollt?
und die Welt sie dreht sich weiter
und ich steck im Stress
und sie wandert heiter
frech und wild und kess
und ich grübel vor mich hin
und vor mir her
und komm zum Schluss
ich will nich mehr
nich mehr einsam sein
in mir
will gemeinsam sein
mit dir
will die Welt verbessern
Ihre Kinder schützen
ihre Pflanzen wässen
ihr entgegengehn
im Regen tanzen spring durch Pfützen
deut Wetter nicht mehr schlecht noch gut
doch lob mir meinen Lebensmut
und wer weiß vielleicht
werd dadurch eines Tages
mich besser noch verstehn
und schreie nun schon heiser
ich muss nicht alls verstehn
was ist wird auch noch morgen
so werden Angst und Sorgen
langsam
endlich
leiser
Schreiberling
Ein Brüllen durchbricht die Stille, ein stählern Ungetüm taucht auf, schwallartig spuckt es Menschen aus und so auch schluckt es wieder welche. Ich steh dort am sichren Hafen und beobachte gebannt, was dieses Wesen treibt. Kaum ists wieder fort geschwommen kommt ein neues derer Art, das Leute ausspeit und sich Ströme an Menschen wiedrum zeitig einverleibt. Das Treiben wiederholt sich stetig und ich selbst dort stehend bin nicht fähig einen Schritt zu tun. All die Leute, die mich passen, haben eine Geschichte. Ein Schreiber fasste seine Feder und schrieb sie zur selben Zeit zum selben Ort. Auch mich platzierte er dort. Schreiber, wie geht’s weiter? Schreiber, warum hast mich hergeführt? Um mir deiner Macht klarzumachen? Schreiber, derer bin mir bewusst, gleiches gilt auch deiner Lust Zufälle zuzuteilen, die mich und andre im Alltag ereilen. Erst kürzlich sah ein Mädchen, es stolperte am Pflasterstein, es strauchelte und stürzte, was nicht ungesehen blieb, Ein Junge ganz bestürzt, sieht, wie es am Boden liegt und läuft zu ihm hinüber. Er half ihr auf, worauf ihr schmerzverzogenes Gesicht einem Lächeln wich. Die beiden begannen zu reden und gingen glücklich scheinend von dannen. Schreiber, ich bin sicher, du steckst hinter alledem, hast ihren Sturz vorausgesehen oder ließest ihn geschehen? Schreiber schreibst du alls allein oder ließt du unsre Bücher und lässt manches anders sein? Schreiber wer illustriert die Werke? Wer macht die Welt so farbenfroh, wer färbt gülden das Stroh und rot den Abend? Wer lässt uns an Regenbögen laben? Schreiber hat jeder Mensch sein eigen Buch oder sind wir Teil eines großen Ganzen, das die Menschheit in sich vereint? Gibt es einen Schreiber für jeden oder schreibst du unser aller Leben? Schreiber kann es dich gar geben? Wer hat dich denn einst geschrieben oder bist größer gar als Zeit? Fragen, Schreiber hab ich viele, ich bitte dich, erleuchte mich, erlös mein simples Menschensein vom antwortlosen Leid.