(kirchliche) Festtage

Anlässlich beschwingter Fest- und Feiertage sind diese Texte verspielter. Allerdings erwartet dich in dieser Textauswahl leider nicht nur Frohmut. Es handelt sich hauptsächlich um Auftragstexte.

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Zur Erstkommunion

Für meinen geliebten kleinen Bruder: Kleiner Fisch, großes Licht

Als kleiner Fisch hast einst das Licht der Welt erblickt, 

inmitten von bunten Korallen,  

ein Lächeln so strahlend, bezaubernd,  

als hätt dich der Himmel geschickt,  

hast jedes Wesen im Ozean mit deinem Lächeln verzückt. 

Ins Licht hineingeboren, 

behütet vom Meeresblau, 

in Liebe erwachsen, 

eines Geist so wach, so schlau du hast, 

fragst deine Eltern eines Tages: „Was hab ich hier verloren? Wieso bin ich?“ 

Fragst, was wohl über dem Wasser liegt, 

obs mehr als nur die Meere gibt, 

obs mehr gibt als wir hören, fühlen, sehen. 

Dabei das Licht fest im Blick, 

das sich dem Blau trotzend, tapfer durch das Dunkel bahnt,  

bis es dich bescheint, deinen Geist erhellt 

und du spürst, 

dass Höheres dein Herz in Händen hält, 

Größeres als Brüder, Schwestern, Eltern, Freunde, als ich und du 

dich sieht, dich liebt, dir Mut macht, 

dir ein Licht ist, 

selbst in der dunkelsten Nacht. 

Solang du entscheidest ans Licht zu glauben, 

kann kein Riesenkraken, kein Hai dich deines Lichtes berauben. 

Mit jedem Mal, das du dein Licht teilst, 

auch an schlechten Tagen daran festhältst, 

dich entscheidest zu hoffen, 

anstatt zu verzagen, 

du Wimmern stillst 

und der Welt Güte zeigst, 

in deren Herzen du für immer verweilst, 

selbst Licht wirst und eines Tages heller als die Sonne scheinst. 

Das und dafür bist du. 

 

Zur Hochzeit 

Für Tamara und Alex:

Hochzeit ist, in der hoch-Zeit seines Lebens sein Leben in die Hände des jeweils andren zu legen. 
Ist in Tiefzeiten den Weg gemeinsam zu beschreiten.  
Ists im Alltag alle Tag Halt zu behalten und sich nicht vom Strom der Alltäglichkeit abhalten zu lassen Beziehung zu leben und einander Wertschätzung und Liebe zu geben.         

Hochzeit ist an einen, den einen Tag gebunden und bindet einen doch auf ewig an die eine Seele, die für einen bestimmt.                                                                                                             
Hochzeit ist im Innern Abschied nehmen von vergangenen Verflossenen und sich vom Fluss der Gefühle zu dem einen Menschen leiten lassen.
Sich durch nichts zu Zweifeln verleiten lassen.
Auch in Zeiten der Unklarheit gemeinsam aus dem Dunkel ins Licht schreiten.
Hochzeit ist mehr als edler Anzug und weißes Kleid und ein Wort, das im besten Fall aus zwei Buchstaben besteht.
Hochzeit ist mehr als ein Tanz zu zweit vor versammelter Gesellschaft.
Ist mehr als ein Haufen Planung, zu der man sich, vor lauter Glück, doch gern aufrafft.
Ist mehr als Silberbesteck und dreistöckige Torte. Ist mehr als ein Pfarrer, der spricht, und schöne Worte.
Hochzeit ist in der hoch-Zeit seines Lebens sein Leben in die Hände des jeweilig andren zu legen.
Ist gemeinsame Vergangenheit, die Zukunft bringt.
In der zwei Menschen eingestehn sie sind bestimmt für einander.
Nun vereint, beschließen einzustehn für einander.
Einzugehen auf die Bedürfnisse des anderen.
Einzugestehen wenn man Fehler begeht.
Auf einander zu zu gehen, selbst wenn der andere im Unrecht ist und andererseits einzusehen wann man selbst recht zu geben hat.
Dem anderen das Recht geben sich frei zu entfalten.
Selbst zu wachsen.
Selbst die Welt nach eigen Wille zu gestalten. Selbst aufzublühen.
Auf dass die einst zarte Knospe der Verbundenheit mit jedem Tag, jedem Kuss, jeder Zärtlichkeit erneut erblühe.
Selbst, wenn die Blütezeit des Lebens vorübergeht.
 
 
Goldene Hochzeit Oma und Opa: Ein Bund so blau 

 

Ein zartes Rinnsal erfasset sie 

Zerrt und reißet an ihrem Gewand 

Ziehet vehement sie zu was scheint vertraut schon obzwars noch unbekannt 

S'legt ihre in die seine Hand 

 

Ein Glitzern der Wasseroberfläche  

sogleich beider Herzen berührt 

verführte beide einzutauchen in 

was einst Ehe wird 

 

Im Fluss des Lebens sie Liebe gefunden 

Und in Vertrauen ist er geschwolln 

In Streit und Krankheit brach er aus seinem Bette 

Bis in Versöhnung er zum Ozean erquolln 

 

Künstler beide, die sie sind 

Bauten sie aus hundert Wassern 

Einen Bund fürs Leben, Haus und 2 Kind 

50 Jahre vergingen geschwind 

 

Zähes, schwarzes Ölgemisch 

Versucht im Zwist sie zu entzwein 

Doch heilend war ihr Quell der Liebe 

Ergoss sich ihrer, wusch sie rein 

 

Und weil sie mit allen Wassern gewaschen 

Dürfen nach 50 Jahren genau 

Wir euch mit Blumau überraschen 

Aufdass euer Ozean bebet und der Quell eurer Liebe belebet euch in Mitten des Hundertwassers Bau. 

Zu Weihnachten

12 Weihnachtswunder

Einst ein Bäumlein wurd gepflanzt, 
 2 Holzfäller‘s zu Fall gebracht, 
 3 weitre es nach Haus gezogen, 
 auf 4 Scheit habens‘ aufgestellt, 
 zu 5 dann um den Baum getanzt, 
 alsbald der Winter dann erwacht, 
 ein Stern wurd zur Spitze gehoben. 
  
 5 Holzfäller, 1 Kind - zu 6, 
 7 Kugeln zu Baume getragen, 
 8 Kerzen auf die Zweig gestellt, 
 9 Schleifen noch dazu gehangen, 
 10 Krippenfiguren in die Krippe gesetzt, 
 11 Geschenke dann unterm Baume lagen, 
 Geschenke der 6 den Raum erhellt. 
  
 Die Geschenke liegen noch aufgereiht: 
 sie sind Licht, Geborgenheit und Glück, 
 und Lob, Gelassenheit und Schwung, 
 Ehrlichkeit und Spaß und Spiel, 
 Liebe und Gemeinsamkeit. 
 Geöffnet bleiben sie zurück, 
 dem Baum und den 6 die Erinnerung, 
 an Liebe scheinbar besonders viel. 

Zur Beerdigung


Ozean des Lebens

Oft nur vergessen wir weiter zu fahren

am Ozean des Lebens

der Zeiten Diebe um uns in Scharen

ein Rettungsboot vergebens

sie drehen unser Denken

übertönt bereits vom Rauschen

unfähig eigens Steuer zu lenken

was bleibt dann noch als 

lauschen

Sirenen und Diebe auf Felsen thronen

von Erfolg nur sprechen sie

bis ihre Werte in uns wohnen

mit Zeit weicht Liebe mit Magie

doch bis das Leben endet,

bleibt doch nur die Zeit.

Zum Guten, Schlechten, wies auch wendet,

fürs Ende ist keiner der Diebe bereit 

im Alter auch Sirenen reifen,

sehn was sie gemisst.

den Tod im Aug nach Leben dann greifen

als Opfer der eigenen List

wie Sirenen und Diebe gesehn

am Ende zählts gelebt zu haben

und nach dem Fallen weiterzugehn

was Flut und Ebbe auch sagen.

Denn manchmal kommts, dass mittig im Leben

es härter trifft als zu verkraften

es plötzlich aufhört Glück zu geben

machts umso schwerer aufzuraffen

der schlimmste Fall ist allen der Tod

der Boden fortgezogen

Hinterbliebene im selben Boot

warten auf ein Glätten der Wogen
  

so laut man bis zum Horizont schreit

es bringt Geliebte nicht zurück

das einzig das heilt ist hier die Zeit

der Schmerz wird lind, geklärt der Blick

bis der Kapitän am Meer

bereit ist Segel zu setzten

das Fahren bekämpft die innere Leer

mit Zeit und ohne zu hetzen

die Sonne hellt Herzen auf bis in die Nacht

sie ist der Toten Schimmer

wenn man auf deren Erinnerung acht

scheint sie auch auf immer

gemeinsam alle Schimmer getragen

verknüpft mit neuer Liebe

und Fokus schippert fort die Plagen

besiegt die Zeiten Diebe.

"Das Leben der Toten liegt in der Erinnerung der Lebenden" Cicero